WHS2011

Migration von Windows Home Server v1 (2008) auf Windows Home Server 2011 (was so alles schief gehen kann…)

Ich verbringe nun schon WOCHEN mit der Migration meiner Daten (knapp 4TB brutto), auf den neueren Windows Home Server 2011. Es ist ein einziger Krampf, wenn man nicht:

  1. eine externe HDD größer als alle Daten die migriert werden sollen   oder
  2. ein zweiter, neuer Server mit ausreichender Kapazität schon vorhanden ist

Eine der beiden Optionen hätte ich mir gewünscht, denn dann wäre nicht durch ein dummes Missgeschick mit Robocopy die Hälfte meiner Musik- und Filmsammlung verschütt gegangen. Man sollte sich die Beschreibungen der Schalter für Robocopy (z.B. /MIR) genau durchlesen und sich nicht wundern, wenn nach mehrmaligem Ausführen auch die Daten am Ziel futsch sind.

Mit folgendem Befehl kann das langwierige Kopieren auch abgebrochen und erneut begonnen werden, ohne dass am Ziel rumgelöscht wird:

robocopy /E /MOV /ETA \\<SERVERNAME>\<FREIGABE>\ X:\<ZIELPFAD>\<FREIGABENAME\

Alternativ gibt’s im M$-TechNet auch ein weiter entwickeltes Robocopy mit dem Namen RichCopy (auch 64-bit-fähig!!!)

Gut, einen Großteil der Mucke habe ich auch in der Cloud aber eben nicht alles. *grrrrrr*

Zur Datenwiederherstellung kann ich Recuva von Pririsoft (ja, das sind die mit dem CCleaner) nur bedingt empfehlen. Besser machen sich da das kostenlose Autopsy oder O&O DiskRecovery.

Allerdings konnte ich meine fast komplette SLICES-Sammlung bisher nur zu einem kleinen Teil wiederherstellen. Das ist für mich sogar fast das Traurigste an der Geschichte. Wenn jemand eine aktive Quelle zu allen Electric Beats SLICES Issues hat, der möge sich bitte melden!!!! *buhuhuhuhuuuuu*

Zur Installation des WHS-Clients ist am Client die URL http://<SERVERNAME>/connect per Webbrowser zu öffnen. Leider kommt es vor, dass der Client sich gleich mit einer Fehlermeldung verabschiedet. Hierbei hilft folgende Änderung in der Registry:

1. Open Regedit
2. Find the key „HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Session Manager“
3. Rename the „PendingFileRenameOperations“ value to „PendingFileRenameOperations2“

Weiterhin ist das so hoch gelobte Drive Bender von Division-M auch nicht so das gelbe vom Ei. Bekanntermaßen hat ja M$ den tollen DriveExtenter aus dem WHS 2011 raus geschmissen. Ich habe NUR Probleme mit Berechtigungen, ständig kackt das AddOn irgendwie ab und man ist echt nur am Verzweifeln.

Ich versuche nun gerade krampfhaft die File-Duplication abzuschalten, damit ich nach und nach einzelne Laufwerke in die „normale“ WHS HDD-Verwaltung aufnehmen kann. Danach kommt DriveBender weg! Mal sehen ob ich stattdessen DrivePool von StableBit probiere?!?!!?

Aber erst mal alle Daten wieder haben! Ich sehe da noch kein Licht am Ende des Tunnels… :-(

Ein großes Lob aber an die Entwickler von Lights-Out! Das funzt nach wie vor einwandfrei und man bekommt nen kleinen Rabatt, wenn man Lights-Out schon für WHS v1 gekauft hatte. Sehr, sehr geniales AddOn!

 

Ein paar Tipps will ich aber für zukünftige Migranten noch loswerden:

  1. Macht auf JEDEN FALL ein Offline-Backup des WHS v1 von C:\ (SYS). Das am besten mit Acronis True Image, welches mit dem VMware Converter Standalone klar kommt. Dann könnt Ihr Euch noch so einige Sachen, wie Favoriten, Einstellungen usw. abgucken, bzw. rausziehen. Mit VMware Workstation kann man ein solches Image auch als Laufwerk mounten. …klappt wunderbar!
  2. Probiert VORHER in einer VM die Installation von WHS 2011! Alleine nur um die Neuerungen zu verstehen was und wie da alles nun funktioniert.
  3. Vor dem letzten Update Rollup (ehem. PowerPack) braucht Ihr gar nicht erst anfangen AddOns zu installieren
  4. WHS 2011 ist ein abgespeckter SBS 2011 und somit ein abgespeckter Windows Server 2008 R2 und somit NUR 64-bit-fähig. Es macht also keinen Sinn seinen alten P4 dafür rauszukramen.
  5. Als erstes sollte die Serversicherung, danach die Clientsicherung funktionieren. Erst dann könnte Ihr Euch mit dem ganzen anderen Kram beschäftigen.
  6. SSDs lohnen für das Boot-Laufwerk nicht wirklich. Windows Server mit SBS-Kernel starten nun mal langsamer. Wer aber die Kohle übrig hat, sollte sich eine möglichst kleine Kiste mit ca. 32GB RAM und mind. 25 SSDs á 256GB und 10GBit/s-Ethernet zusammenbauen. Damit hat man einen saumäßig potenten Server. Dann noch ne 100MBit/s-Internetleitung dazu und schon kann man überall spontan nen feinen Kinoabend veranstalten. 😉

(tbc… wenn ich’s geschafft habe…)